Ende eines Schaumschlägers ?

Hatte es schon länger rund um den Globus Gerüchte und Spekulationen um die Zukunft des weltbekannten Restaurants „elBulli“ in Rosas gegeben, jetzt ist es vollzogen: Der für viele als kulinarischer Meister des Universums geltende Schaumkönig Ferran Adria sperrt zu. Fünfmal wurde das Restaurant in der abgelegenen Bucht nördlich von Barcelona vom renommierten britischen „Restaurant Magazin“ zum besten Restaurant der Welt auserkoren. Vom Guide Michelin ist „die kleine Dogge“ seit Jahren mit drei Sternen bewertet. Drei Millionen Reservierungsanfragen pro Saison haben das „elBulli“ zum begehrtesten Restaurant auf diesem Planeten gemacht. Nur 50 „Jüngern“ war es Abend für Abend vergönnt, einen Einblick in die aufregende Welt des „Molekularpapstes und Alchemisten“ Ferran zu bekommen. Letzte Gerüchte besagen, dass eine Hundertschaft mit Schutzanzügen im Entsorgungs-Dauereinsatz sei, um einen ewig währenden Chemie Supergau in der Gegend von Rosas zu verhindern.  Denn bislang war höchst unklar, was in die Töpfe der sogenannten Molekularköche wanderte. Adrià sagt, sein eigenes Labor "erfinde" Stoffe wie Lota, Glice oder Gellan, wie einige seiner Wundermittel hießen. Dahinter verbirgt sich allerdings schlicht der Katalog der Lebensmittelchemie- Industrie: Es handelt sich um die Lebensmittelzusatzstoffe E 322, E 327, E 331, E 400, E 406, E 407 (Iota), E 415, E 418 (Gellan), E 461, E 473, E 475 (Glice) sowie um Maltodextrin, ein Kohlenhydratgemisch, das in der Bodybuilder-Szene sehr beliebt ist. Außerdem wurde die Verwendung von Methylzellulose und der übermäßige Gebrauch des Verdickungsmittels Xanthan nachgewiesen, der auch für Tapetenkleister verwendet wird. Andere Stoffe wirken sich je nach Molekülstruktur mehr oder weniger stark auf den Körper aus, zum Teil mit abführender Wirkung. Die EU spendete 500.000 Euro für Adrians Erfinderküche, die Chemie- Industrie steuerte noch mal 600.000 Euro für ein Projekt namens "Inicon" bei. Es bleibt abzuwarten, ob sich die weiterhin noch immer interessierten drei Millionen "Chemiejünger", die gern einmal im "elBulli" gegessen hätten, wieder auf normale Nahrung umstellen lassen. Gerüchte besagen, dass frischer Fisch und Gemüse durchaus Alternativen sein könnten, den schwierigen Entzug zu begleiten.

 

 

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